facebook twitter YouTube

Archiv 2008


Abschlussbericht 2008 Halbblut

Und wieder geht eine Saison zu Ende..... Die Lichter gehen aus, die Pferde werden in ihre Stallungen gebracht, Sättel und Zaumzeug geputzt und an ihren Platz zurück gelegt. Die Indianerstatisten ziehen erschöpft ihre Perücken ab, Kostüme werden ausgezogen. Die Hauptdarsteller übergeben ihre Mikrofone an den Tontechniker, geben letzte Autogramme an die begeisterten Fans......
Requisiten, Tonboxen und Kostüme werden winterfest gemacht, Bänke abgebaut, Umkleiden geputzt und Türen zu geschlossen....
Wenn eine Saison zu Ende geht, dann immer mit einem weinenden Auge bei allen Darstellern und Helfern, wochenlanges Proben, so viele Stunden Arbeit und dann ist alles schneller vorbei, als es angefangen hat!
Das Jahr 2008 war ein besonderes Jahr für die Freilichtbühne Mörschied e.V.: So feierte man in diesem Jahr nicht nur den 100.000 Besucher der Festspiele, sondern auch eine Premiere: Marcel Gillmann, langjähriger Darsteller und festes Inventar der Freilichtbühne Mörschied schrieb in diesem Jahr erstmals das Textbuch zu "Halbblut", führte Regie, spielte den Bösewicht Tokvi-Kava der Schwarze Mustang und wurde so ganz nebenbei, als ob dies alles ein Leichtes wäre, auch noch Papa von Zwillingen.
Er brachte ein gelungenes Stück auf die Bühne. Die vielen fleißigen Hände die für den Bühnenumbau verantwortlich waren, trugen zu einem runden Wild-West-Bild bei. Es gab viele Lacher, eine Menge Applaus und rund 7500 begeisterte Zuschauer!
> Nun, lassen wir die Saison aus der Sicht eines Statisten-/Hauptdarstellerpferdes Revue passieren:
"Hey, da kommt ja mein Pflegefrauchen Vanessa", so dachte sich etwa Cheyenne, als er mich an einem Samstag Nachmittag Ende Mai auf der Koppel erscheinen sah. "Vielleicht hat sie ja feine Möhren dabei, um mir meinen Tag zu Versüßen! Doch - hey, was ist das denn? Warum hat die wohl meinen Führstrick dabei? Ich lauf mal weg, vielleicht sieht sie mich ja nicht". Aber ich hatte ihn gesehen und war nun daran mein Pferd einzufangen.... " Okay, jetzt hat sie mich von der Koppel gebracht, mal schauen was die heute so vorhat. Es scheint als würde sie mich ausgiebig putzen, dass ist toll! Und reiten gehen wir heute auch noch, das macht Spaß!" Genau so war es: Es war der erste Probensamstag bei dem die Pferde mit dabei waren. Bei den vorherigen Proben wurden zunächst Text, Bühnenbild und Pferdeübergabe (mit Steckenpferden) geprobt. Heute war es soweit und es sollten noch weitere Wochenenden folgen. Ganz aufgeregt waren Cheyenne und seine 13 Pferdekollegen als es auf die Bühne ging. Viele von ihnen sind schon alte Hasen und kennen bereits den Ablauf der Proben. "Endlich geht es wieder los! Sag mal du da oben, können wir nicht endlich schneller?? Ich weiß doch schon längst wo ich hin muss, du etwa immer noch nicht? Mensch Frauchen, es wird so langsam Zeit, unsere Musik läuft schon und du musst dir zuerst noch die Perücke zurecht rücken!? Geht das denn nicht schneller, wir kommen noch zu spät!"
Am Ende der Probenzeit, rechtzeitig zur Generalprobe wusste dann endlich jeder, wo er hin muss, wann er wo zu stehen hat und welchen Text er zu sprechen hatte...
Dann war er da, der Premiereabend, die Bühne nahezu voll, die Darsteller hinter der Bühne, nervös, angespannt und trotzdem voller Vorfreude. Auch Cheyenne wusste was los war: "Hallo mein Pflegefrauchen, es ist toll, dass du mich heute noch schöner geputzt hast, sogar gewaschen hast du mich, das tat gut! Und für die vielen Menschen da oben mag ich gut aussehen, da muss mein Weiß richtig Weiß sein! Aber können wir denn nicht bald anfangen? Immer dieses Warten, ich bin doch so ungeduldig.".......
"So jetzt ist es endlich soweit, Muskeln warmgemacht, indianisch angezogen, ich bin startklar! Meine Musik ertönt, kurz die Mähne noch mal kontrollieren, jetzt muss ich raus, Marcel, ähm....Tokvi Kava, bist du bereit, jetzt starten wir durch."
Kaum war der erste Satz des Stückes vollbracht, lief auch der Rest tadellos. Cheyenne und seine Pferdekollegen brachten ihre Reiter souverän über die Bühne, die Fußdarsteller waren punktgenau auf der Bühne, und alles verlief nach den Vorstellungen des Regisseurs.
Das Stück näherte sich seinem Ende....., die Applausordnung war fast vorüber. "Jetzt bedanke ich mich noch schnell bei meinen ganzen Zuschauern und dann 'gehts ab auf die Couch', ich hab Hunger und kann das Essen nicht mehr erwarten! Schade, dass ich das Feuerwerk nicht mit euch erleben kann, aber es ist doch ein wenig zu laut für meine Ohren, da schau ich lieber aus dem Stall durchs Fenster. Und wenn ich nicht allzu müde bin, schwinge ich nachher noch den Huf zur Musik der Country Bumpkins.......Aber hör mal, es war so toll, machen wir das morgen noch mal?" Ja, wir 'machten es noch mal'. Genau 12 Vorstellungen lang brachte das ganze Ensemble der Freilichtbühne Mörschied e.V. egal ob Hauptdarsteller, Statist, Pferd oder Helfer mit voller Konzentration die Zuschauer zum Staunen, Lachen, Trauern und zum Nachdenken....
"Der letzte Spieltag geht vorbei, ich danke dir, dass du mir so sehr vertraut hast, daran geglaubt hast, dass ich dich sicher über die Bühne bringe. Ich vertraue auch dir , so sehr, dass ich nicht mal vor Pistolenschüssen oder Explosionen mehr erschrecke, dass ich weiß, du bist bei mir! Wir alle Pferde sind stolz darauf, dass ihr uns so viel Vertrauen geschenkt hab, uns geführt und begleitet habt, wir euch unterstützen durften und konnten und eure Partner sind.
Aber Frauchen, warum schaust du so traurig? Ihr alle seht heute so traurig aus?"
Tja, weil dies der letzte Spieltag in der Saison 2008 war, weil nun wieder alles vorbei ist. "Aber, dass ist doch kein Grund traurig zu sein. Nur wenn eine Saison zu Ende geht, kann eine nächste kommen, und da freue ich mich doch schon so sehr darauf. Du etwa nicht? Ich kann es kaum Abwarten bis die Vorbereitungen wieder anfangen, mal schauen welche Auftritte im Jahr 2009, im Stück "Winnetou der Apache" auf mich Warten!" Mit diesen Worten hat er Recht, man darf nicht bekümmert darüber sein, dass etwas zu Ende ist, man muss dem Neuen entgegen fiebern.
Und so gehen auf der Freilichtbühne in Mörschied die Lichter aus, die Pferde werden in ihre Stallungen gebracht, Sättel und Zaumzeug geputzt und an ihren Platz zurück gelegt. Die Indianerstatisten ziehen erschöpft ihre Perücken ab, Kostüme werden ausgezogen. Die Hauptdarsteller übergeben ihre Mikrofone an den Tontechniker, geben letzte Autogramme an die begeisterten Fans......
Besonders Danken, möchten wir noch Bruno Dolibois von der Firma Drumm GmbH Saarlouis, und seiner Tochter Marie, für die sensationellen pyrotechnischen Effekte und zwei atemberaubenden Feuerwerken. Den beiden Tontechnikern für viele schöne Jahre und einem sehr guten Ton, der Mörschieder Feuerwehr und den Männern und Frauen vom Deutschen Roten Kreuz.
Für das Jahr 2009 ist eine neue Tribüne geplant, der Umbau hat bereits kurz nach Saisonende begonnen und ist noch im vollen Gange. Auch am Bühnenbild für das kommende Jahr wird schon gearbeitet, die Planungen und Vorbereitungen laufen bereits auf Hochtouren, denn: Nach dem Stück ist vor dem Stück!

Vielen Dank für eine tolle Saison!

(Vanessa Nisius)

    BYE BYE 2008          WELCOME 2009





Schwollener  Kirner Brauerei  Radio Idar-Oberstein 87.6  Schmäler Wenz  Karl-May Verlag - Karl-May Verlag
 Vorsicht - Matthias Ess Verlag  Autohaus Wiegand  Nisius  Kreissparkasse Birkenfeld  Oberstein Idarer RWE Group